Der Darm ist eines unserer wichtigsten Organe und wird in der westlichen Welt oft vernachlässigt:

Ist die Darmgesundheit geschwächt, hat das Auswirkungen auf die gesamte Gesundheit des menschlichen Körpers.

Laut Ayurveda hat jede Krankheit seine Wurzel in einem gestörten Verdauungsfeuer.

Schon Hippokrates sagte: „Der Tod sitzt im Darm.

Viele traditionelle Naturheilsysteme, wie z.B. Ayurveda, die TCM, TTM, TEM und Hildegard von Bingen schenken einer gut funktionierenden Verdauungskraft einen hohen Stellenwert.

Jede Stoffwechselleistung entsteht aus Wärme. Deshalb bezeichnet Ayurveda die Verdauungsleistung mit Agni, was wörtlich „Feuer“ bedeutet. Daher wird der ayurvedischer Stoffwechsel als Agni bezeichnet.

 

Welche Aufgaben hat Agni zu erfüllen?
Das Verdauungsfeuer (AGNI) ist zuständig für das Sortieren der aufgenommenen Nahrung in ihre brauchbaren und unbrauchbaren Bestandteile, es spaltet die Nahrung in ihre einzelnen Teile auf, damit diese verwertet werden können und hilft so beim Aufbau der 7 Körpergewebe (Dhatus). Zudem sorgt es für die Ausscheidung von Toxinen und Schlacken und fördert eine gute Aufnahme von Nährstoffen.

Ist das Agni schwach, bleiben Nahrungsmittel unverdaut und werden im Verdauungstrakt nicht vollständig umgewandelt und es entstehen Stoffwechselschlacken.

Diese giftigen Substanzen welche durch Gärungs- und Fäulnisprodukte im Darm entstehen nennt man (Ama). Dieses Ama ist übelriechend, schwer, kalt, schleimig, schmierig und klebrig, belastet den Köper (verklebt und verstopft die Körperkanäle inkl. der Blutgefäße) und führt zu Krankheiten.

Ama kann auch im psychischen Bereich gebildet werden.
Durch „unverdaute Gefühle“, Konflikte, Belastungen, Habgier, Selbstsucht, Sturheit und Wut führen ebenso zu körperlichen Problemen.
Daher  ist es ratsam das Aufgenommene gut zu verdauen, sonst verschlackt man auch auf diesen Ebenen.

Kurz gesagt, wenn das Verdauungsfeuer(Agni) richtig gut brennt, wird die Nahrung vollständig umgewandelt, der Mensch bleibt gesund und erfreut sich einer glücklichen Gesundheit und einer strahlenden Ausstrahlung (Ojas).

Wie sollte der tägliche Stuhl bei einem gesunden Menschen sein?
Der Stuhl sollte täglich entleert werden, und er sollte die Form einer Banane haben und hellbraun sein. Der Stuhl sollte nicht übel riechen und er sollte keine klebrigen Rückstände an der Toilette hinterlassen. Bei einem schwachen Verdauungsfeuer im Magen-Darm-Trakt wird die aufgenommene Nahrung nicht vollständig verdaut, es entstehen klebrige Rückstände und unverdaute Stoffwechselschlacken, welche den Darm verkleben. Der Kot riecht faulig und hinterlässt auf der Toilette eine klebrige Konsistenz.

Wann ist die beste Zeit um sich vom Stuhl zu entledigen?
Die ideale Zeit wäre es, wenn der tägliche Stuhlgang morgens gleich nach dem Aufstehen in der Zeit zwischen 5-7 Uhr morgens  vollbracht wird, da hier die meiste Säuren im Körper vorhanden sind welche ausgeschieden werden sollten.  Um den morgendlichen Stuhlgang zu unterstützen, kann man nüchtern 1Glas warmes Wasser oder 1Tasse warmen Ingwertee trinken – dies regt die Bewegung im Magen-Darm-Trakt an.

Vata Konstitution
Vata hat ein unregelmäßiges Verdauungsfeuer und neigt daher zu Blähungen und Verstopfung. Der Stuhl ist meist trocken, hart, dünn, länglich, geruchsarm und dunkel. Je länger der Kot im Darm verweilt, desto dunkler wird er.  Die Ausscheidungsmenge ist eher gering.

Pitta Konstitution
PItta isst viel und scheiden entsprechend viel aus. Die Konsistenz ist eher flüssig, meist ungeformt und in gelblichen Tönen. Auch kann ein brennendes Empfinden wahrgenommen werden.

Kapha Konstitution
Kapha scheidet selten Stuhl aus, dafür aber in größeren Mengen. Die Konsistenz ist meist weich. Aufgrund ihres von Natur aus schwächeren Verdauungsfeuers(Agni) neigen sie zur Entwicklung von Ama(Schlacken), wenn sie zu viel, zu schwer, zu kalt und zu spät essen.

 

Stuhl und Verdauungsfeuer sind zwei verschieden Dinge
Täglich Stuhl zu haben sagt nicht aus, ob das Verdauungsfeuer gut brennt und seine Aufgaben erfüllen kann. Ist das Agni ausgeglichen verspürt man 2-3x am Tag Hunger und hat Energie, Kraft und Vitalität.

Zeichen für ein schlechtes Verdauungsfeuer:

Unregelmäßiger Appetit, trockener oder zu weicher Stuhl, Zunahme bzw. Abnahme des Gewichts, belegte Zunge, fettige oder trockene Haut, trübe Augen, geblähter Bauch mit Krämpfen oder Gasen, Magenprobleme, unverdaute Essensreste im Stuhl, gestörter Schlaf, vermehrt Schleim, allgemeine Müdigkeit, braucht oft WC Bürste nach dem Stuhgang, Müdigkeit nach dem Essen, Hautbeschwerden und Sodbrennen nach dem Essen.

Verdauungsprobleme lösen
Im Ayurveda wird bei Verdauungsproblemen immer unterschieden ob der Dickdarm(Pitta) oder der Dünndarm(Vata) gereinigt werden muss. Auch unterscheidet man ob das Verdauungsfeuer(Agni) schwach ist, oder ob die Darmbewegung (Peristaltik) träge ist.

Jahrelange Mangelausscheidung des Stuhls hinterlassen verklumpte Stuhlreste im Dickdarm, dadurch lässt die natürliche Darmbewegung (Peristaltik) nach.
Schlechte Stoffe verbleiben dadurch im Darm und Gärungs- und Fäulnisgifte entstehen. Diese wandern direkt ins Blut über und belasten auf diese Weise den gesamten Körper und das Gehirn. Dies wirkt sich wiederum auf die Denkleistung und die Psyche aus. Nicht umsonst wird der Darm als zweites Gehirn bezeichnet.

Zu beachten ist auch, das regelmäßiger Stuhlgang nicht aussagt ob der Darm auch vollständig Entleert wird. Bei einem gestörten Verdauungsfeuer sammelt sich Schleim im Dünndarm an welcher die Darmzotten verklebt. Ist die Darmwand verschlackt/verklebt fließt der Darminhalt oft nur noch durch die Mitte des Darmrohres. Nährstoffe die normalerweise über die Darmwand ins Blut aufgenommen werden sollten können nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Es kommt zur Nährstoff Unterversorgung. Zudem können sich auch Krankheitserreger ansammeln welche den Nährstofftransport blockieren.
Da kann man sich noch so gesund ernähren die Nährstoffe und Vitamine gelangen nicht vollständig oder gar nicht in den Körper.

Aufbau der Darmflora
Sehr wichtig ist auch ein gesundes Darmmilieu. Es enthält viele wertvolle Bakterien ohne die der Mensch nicht leben könnte. Dies ist verantwortlich das Vitamine produziert werden und so das Immunsystem gestärkt wird. Zudem zersetzen sie Nahrungsbestandteile Stoffe, wie zum Beispiel Histamin, welche sonst Allergien auslösen können. Auch reguliert der Darm die Hormone.
Ideal wäre es wenn unsere Darmflora 85 % Milchsäure-Bakterien und maximal 15 % Kolibakterien enthält. Bei den meisten Menschen ist dieses Verhältnis aber oft umgekehrt.Bei Menschen die eine pflanzliche Ernährung mit Rohkostanteil bevorzugen verschlackt der Darm weniger und die körpereigenen Bakterien und wichtigen Enzyme werden täglich aufgebaut.

Hilfreiche Lebensmittel

  • Milchsäure-Bakterien aus Sauerkraut
  • Fermentierte Produkte
  • Glutamat freie Produkte
  • milchsauer eingelegten Gemüsen und Früchten
  • Probiotika sind lebende Mikroorganismen (Bifido- oder Laktobakterien)

Fazit: Bei einer ayurvedischen Agni -Kur wird zuerst die Darmflora gereinigt, und danach wieder aufgebaut.

Ein gesundes Agni zeichnet sich durch zwei- bis dreimaligen gesunden Appetit am Tag aus. Die Zunge, hat keinen Belag und es ist kein Mundgeruch vorhanden. Der Mensch hat eine starke Vitalität, einen ausgezeichneten Appetit und eine gute Geschmackswahrnehmung. Die Stuhlentlehrung ist täglich und  regelmäßige.

Womit kann ich das Verdauungsfeuer Agni stärken?
Um Agni zu stärken, kann man vor den Essen ein einen Aperitif trinken oder einen Teelöffel trockener gerösteter Gewürze wie Fenchel, Kümmel, Kreuzkümmel etc. (Mukhwas) nach dem Essen kauen. Auch durch ayurvedische Reinigungskuren (Panchakarma-Kur), das schluckweise Trinken von warmem Wasser über den Tag verteilt und regelmäßige Bewegung kann die Verdauungskraft gestärkt werden. Auch gibt es viele wertvolle ayurvedische Kräutermischungen welche Agni ausgleichen können.

Digestiva(Pachanas)
Verdauungsstörungen, Verdauungsschwächen oder Appetitmangel welche auf ein zu schwaches oder gestörtes Verdauungsfeuer (Agni) zurückzuführen sind, können mit Digestiva welche im Ayurveda „Pachana“ genannt werden wunderbar behandelt werden.
Speziell im Sommer neigen viele Menschen zu Verdauungsproblemen. Grund dafür ist, das im Sommer durch die Hitze die Verdauungsleistung von Natur aus automatisch weniger wird.

Rezept :Agni-Trunk – Aperitif
1EL frischer Ingwer verdauungsstärkend
1/4TL Kreuzkümmel – verdauungsfördernd
5 Pfefferkörner – heizt das Verdauungsfeuer an
1TL Sharkara – gleicht die Schärfe von Ingwer aus
1TL Zitrone – gegen Blähungen, Appetit anregend
1 Prise Steinsalz – bindet Darmgifte, desinfiziert, regt Appetit an
1 Glas Wasser

Alles zusammen als Tee kochen.
Vor jeder Mahlzeit trinken!!!

Ayurveda kennt viele wertvolle Hilfsmittel

  • Im Ayurveda werden um den Dickdarm zu reinigen Einläufe verwendet. Diese können helfen jahrelang angesammelten Schlacken loszuwerden. Man kann diese sehr gut selber durchführen. Hierzu unterscheidet man den Klistier Einlauf mit Wasser oder Kräutertees und den Öl Einlauf.
  • Um den Dünndarm zu reinigen wird im Ayurveda das innerliche abführen mit empfohlen.
  • Scharfe und saure Lebensmittel wie z.B. Schwarzer und Langer Pfeffer, Ingwer, Nelken, Galgant und die Zitrone fördern ein schwaches Verdauungsfeuer(Agni) und regen zudem die Darmtätigkeit an.
  • Fein gemahlene Mineralpulver wie z.B. Heilerde oder Zeolith binden Toxine und Säuren und transportieren sie über den Dickdarm ab.
  • Leinsamen, Chiasamen und Flohsamen, möglichst geschrotet, regen die Peristaltik an und haben eine reinigende Wirkung.
  • Papayakerne oder Weizenkleie unterstützen bei Darmträgheit und reinigen den Darm.
  • Ingwer wirkt stark Schleim lösend und regt das Verdauungsfeuer(Agni) an.
  • Akazienfaserm bilden einen Schleim um die Darmwand und unterstützen daher bei Entzündungen. Auch haben sie wie die Flohsamen und Leinsamen viele Ballaststoffe und welche im Darm aufquellen und die Peristaltik fördern.
  • Ingwertee mit Ahornsirup gut für Pitta Typen.
  • 1 Msp. Trikatu vor den Mahlzeiten regt Agni an.
  • Triphala reinigt den Darm.
  • Ingwer mit wenig Salz gut für Vata Typen.
  • Petersilie oder Koriander mit Pfeffer und Enzian stärken Agni.

 

Für weitere Fragen stehe ich Dir  als Dipl. Ayurveda Praktikerin in meinem Ayurveda Naturladen jederzeit Bereit!
Einfach vorbei kommen oder anrufen!


Alles Liebe Tanja Pinter

 

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